Oberhalb von Obernhof (Dominik Ketz)
Oberhalb von Obernhof © Dominik Ketz Touristik Bad Ems-Nassau e.V.

LahnWeinStieg

Spannend, sportlich, spektakulär! Beim neuen LahnWeinSteig schwärmen selbst erfahrenste Wanderer.

Strecken-Info:

Strecke
10,7 km
Dauer
3:35 h
Aufstieg
463 m
Abstieg
463 m
aussichtsreich geologische Highlights kulturell / historisch Streckentour botanische Highlights

Das erwartet Sie:

Diese neu angelegte Tour, die die Weinhänge von Obernhof und Weinähr verbindet, kann man ohne Übertreibung mit „spannend, sportlich und spektakulär“ beschreiben. Das Sportliche am Lahnweinstieg bedeutet, dass es zum einen 463 Höhenmeter aufwärts und ebenso wieder abwärts geht. Bei schönstem Sommerwetter kann die Sonne ordentlich in die nach Süden ausgerichteten Hänge scheinen. S Zahllose Fernblicke in die wildromantischen Täler von Lahn und Gelbach, historische Weinbergslagen mit faszinierender Botanik und fast schon alpine Herausforderungen mit mehreren Kletterpartien – der neue LahnWeinStieg ist ein echtes Wander-Highlight.

Insider-Tipp

Wenn auch für die 11 km eine Gehzeit von 3,5 Stunden angegeben wird, so sollte man sich für die vielen Informationen am Wegesrand und die spektakulären Ausblicke genügend Zeit lassen. Machen Sie eine Tagestour daraus!

Hier geht's los:

Start
Bahnhof Obernhof
Ziel
Bahnhof Obernhof

Höhenprofil

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Wegbeschreibung

Vom Bahnhof Obernhof oder Parkplätzen in seiner Nähe geht man zur Lahnbrücke. In der Verlängerung der Brücke beginnt der Lahnweinstieg in der Borngasse. An alten Fachwerkhäusern vorbei gelangt man die Borngasse – später den Esterweg – hoch zum ersten Weinhang von Obernhof.

An der Mischung von altem und neuem Mauerwerk links des Wegs erkennt man, dass hier ein alter Weinberg wieder neu entsteht. Mit EU-Fördermitteln wird dem Weinbau an der Lahn eine Zukunft gegeben und „nebenbei“ sprang als weitere Wirtschaftsförderung für den ländlichen Raum, nun  für den Tourismus, der Lahnweinstieg heraus.

Nach der jungen Rebpflanzung folgt ein Abschnitt mit kleinen historischen Terrassen, es ist die Lage Schreiberlay. Der versteckt liegende Stollenzugang in dem alten Gemäuer führte ursprünglich zu einem Weinlager mit „Naturkühlung“, eine Tafel gibt Infos über diese alte Weinlage.

Kurz nach dieser Stelle nimmt man an der nächsten Abzweigung den rechten Weg und wandert vorbei an üppig von Brombeeren überwucherten Mauern zu einer Brachfläche im Weinberg. Dass hier früher auch Reben standen, sieht man an den Resten von Terrassenmauern aus Schiefer.

Durch diese Fläche mit den alten, „leeren“ Terrassen führt der Kassiopeia-Parcours, gleichzeitig der erste wirklich steile Anstieg. Botaniker werden hier glücklich über die Pflanzenvielfalt. Beim Begehen der schmalen Treppen – Achtung Brombeerpflänzchen in den Ritzen – bekommt man eine erste Ahnung, wie mühselig einst die Arbeit im Weinberg war. Die Auflösung, weshalb dieses Wegestück Kassiopeia-Parcours heißt, folgt natürlich auch. Eine Vorstellung von den Arbeiten für die Anlage eines Weinbergs gibt die Steinrassel, an der man vorbei steigt. Die Lesesteine stellen inzwischen einen wichtigen Lebensraum für kleine Tiere dar.

Am Ende des Kassiopeia-Parcours wendet man sich nach links, um gleich wieder an der nächsten Weinbergmauer rechts hoch zu steigen. Für ein kleines Verschnaufen vor dem nächsten steilen Anstieg gibt es eine Infotafel zum Goetheberg und der Geschichte des Weinbaus an der Lahn seit dem Mittelalter. Übrigens, Goethe war wirklich auch in Obernhof. In steilen Serpentinen auf schmalem Pfad – Brombeeralarm im oberen Abschnitt! – geht es aufwärts, dann links mit Panoramablick etwas ansteigend.

Schließlich kündigt das Schild Goethepunkt 0,7 km einen Höhepunkt der Tour an. Jetzt verlässt man den Rebhang von Obernhof und steigt im Wald hoch. Am Scheitelpunkt dieses Wegs geht es links ab, dann vorbei an einer Wetterhütte für ein trockenes Picknick und man sieht rechter Hand die Aussichtsplattform vom Goethepunkt. Von hier gibt es einen Panoramablick von Obernhof bis nach Weinähr.

Dann wird es leicht alpin: der Abstieg vom Goethepunkt ist mit Geländer, Stahlseilen gesichert, die den Gang über die kleinen Felspartien sichern. Zu den Fernblicken kommen hier auf Tiefblicke! Man steigt auf schmalem Pfad durch den Wald hinunter Richtung Gelbachtal. Am Ende dieses Pfads wendet man sich nach rechts (Otto-Wolff-Stollen 0,9 km) und läuft jetzt einmal gemütlich mehr oder weniger auf einer Höhe bleibend durch den Wald. Der Otto-Wolff-Stollen, ein Relikt des Bergbaus im Gelbachtal, ist heute ein Lebensraum für Fledermäuse; für sie reicht das kleine Loch als Ein- und Ausgang. Vom Stollen geht es jetzt rechts hinunter auf einem Pfad zum Gelbach.

Über eine schmale Brücke wechselt man auf das rechte Ufer des Gelbachs und folgt dem Wasserlauf. Im Auenbereich breiten sich nicht heimisch Pflanzen (Neophyten), das Indische Springkraut und die Kanadische Goldrute aus und unterdrücken so die heimische Flora. Am Ende gelangt der Weg zur L 325. Man überquert sie und steigt gleich nach einer Trockenmauer in den Wald hoch. Im heute dichten Wald stößt man immer wieder auf Reste von Terrassenmauern eines Weinbergs. Am Ende des Wegs geht es links leicht abfallend weiter bis zum nächsten verwilderten Weinberg rechts, durch den es auf Serpentinen aufwärts geht. Brombeeralarm! Parallel etwas unterhalb der K 5 läuft man bis zur sogenannten Mittelstation, einer Blockhütte für die Rast.

Von der Mittelstation steigt man zur nächsten Straßenkurve, in der gleich links der Lahnweinstieg  abzweigt. Auf einer Höhe bleibend läuft man Richtung Weinähr und gelangt an die nächste „alpine“ Herausforderung: den 200 m langen und steilsten Aufstieg der gesamten Tour zum Gipfelkreuz. Den Panoramablick über Weinähr und viel Landschaft kann man hier sehr komfortabel u.a. von einer Holzliege genießen.

Der weitere Weg führt natürlich nur abwärts, man hält sich gleich links nach dem Rastplatz und kommt zu bunten Metallstäben im Wald. Sie verdeutlichen, dass auch hier einst Reben standen und dass man zum Anbinden der Rebstöcke viele Holzpfähle brauchte. Aus diesem Grund pflegte man in den Wäldern der Region die Niederwaldwirtschaft, die zu charakteristischen Baumformen führte. Hier sieht man, dass Haselsträucher Lieferanten für die Pfähle waren. Man folgt dem Weg weiter abwärts und trifft auf neben dem Weg liegende Baumstämme mit aufgeschraubten Erdbeeren aus Kunststoff. Die Erklärung gibt es am unteren Ende des unangenehm zu gehenden steilen Wegs – Schieferschutt macht ihn rutschig.

Nach dem neuen Wissen über die Erdbeer-Schlaaf wandert man durch den sich anschließenden jungen Rebberg, der als „Bürger-Weinberg Weinähr“ von einem Verein begeisterter Hobbywinzer bewirtschaftet wird. Am nächsten Waldrand geht es über eine Treppe hoch, am Ende links, wo Ihnen Niederwald und historische Weinbergterrassen schon vertraut vorkommen.

Am Ende des Wegs bei einem Stolleneingang der Wasserwerke Weinähr geht man rechts und kommt so zur Sitzschanze Giebelhöll. Die ungewöhnliche wie fotogene Sitzgelegenheiten sollte man ausprobieren, bevor man über den offenen Hang und Waldrand abwärts steigt. Am Wegende links geht es auf die Häuser von Weinähr zu. Man läuft – am besten den Kirchturm im Blick – durch das Dorf (Straße Hinterwies, an der Biegung durch eine kleine Gasse auf den Kirchturm zu und biegt vorher auf der Bornstraße rechts ab. Vor den malerischen Fachwerkhäusern wendet man sich kurz nach links (Richtung Montabaur) und biegt gleich wieder rechts ab, um über eine Brücke nach rechts entlang des Gelbachs zu laufen.

An der Lichtung steigt man links hoch in den Wald und umrundet mehr oder weniger auf einer Höhe den Bernshahnerkopf. Wenn auf der Rechten die Bahngleise in den Blick rücken, steht bald der letzte „alpine“ Aufstieg an – eigentlich direkt über einer Eisenbahntunneleinfahrt. Beim Adelhahn-Kletterweg muss man wieder die Hände an Leiter und Fels legen. Am Ende geht es rechts auf einer Höhe zur so genannten Platzburg, von der man nichts erwarten sollte, wohl aber einen schönen Blick vom Kloster Arnstein bis zu den Weinhängen von Oberndorf, dem Start der Tour.

Vom Aussichtspunkt steigt man zwischen Waldrand und Ginster-Brombeerdickicht ab, wendet sich am Ende nach links (für Unermüdliche bietet sich rechts noch ein kurzer Abstecher zu einem anderen Aussichtspunkt auf das Kloster) und folgt dem Weg Richtung Obernhof. Doch es geht nicht gleich wieder ins Dorf, sondern der Lahnweinstieg macht noch einen kurzen Schlenker in den Wald. Nicht wundern, dass man wieder über den Dächern von Weinähr steht! Nach dem kurzen Abstecher in den Wald kommt man dann doch oben über den Obernhofer Rebhängen heraus. Auf dem Obern Neuweg spaziert man über den Weinberg, erfährt noch etwas über den historischen Rebschnittgarten, steigt die neue, für einen Weinberg breite Treppe hoch, um dann nach wenigen Schritten rechts hinunter nach Obernhof zu gehen.  

(Text: Gabriele M. Knoll)

Oberhalb von Obernhof (Dominik Ketz)
Oberhalb von Obernhof © Dominik Ketz Touristik Bad Ems-Nassau e.V.
Goethepunkt (Dominik Ketz)
Goethepunkt © Dominik Ketz Touristik Bad Ems-Nassau e.V.
 (Ulf Klimke)
© Ulf Klimke
Am Klettersteig (Dominik Ketz)
Am Klettersteig © Dominik Ketz Touristik Bad Ems-Nassau e.V.
Blick auf Kloster Arnstein (Dominik Ketz)
Blick auf Kloster Arnstein © Dominik Ketz Touristik Bad Ems-Nassau e.V.

Präsentiert mit freundlicher Unterstützung von:
Lahntal Tourismus Verband e. V.

Autor: Ulf Klimke