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Ein wilder kerl, klug und kühn...

... dieser Philipp genannt der Großmütige (1504-1567), fünffacher Urenkel der Herzogin Sophie von Brabant, Tochter der Heiligen Elisabeth.

Die Sophie-Skulptur wacht von ihrer Eckposition zwischen Rathaus und Aulgasse über den Marburger Markt. Im Arm hält sie Heinrich, genannt das Kind, erster hessischer Landgraf. Ohne seinen Nachfahren Philipp wäre Marburg heute ein verschlafenes Landstädtchen statt einer lebendigen Universitätsstadt. Philipp war ein Draufgänger, nicht nur militärisch, er liebte rauschende Feste, Turniere, Jagden - und Frauen. Zugleich erwies er sich als politischer Stratege, half den Bürgern, den Rathausbau zu vollenden. 1521 zog er mit 600 Mann Gefolge gen Worms zum Reichstag. Dort lernte er Martin Luther kennen - Geburtsstunde seiner radikalen hessischen Kirchenreform. Ab 1527 wurde in Marburg evangelisch gepredigt. Philipp löste Klöster auf und gründete die erste evangelische Universität. In der Oberstadt lässt es sich wunderbar auf Philipps Spuren wandeln.

Im Schlosshof steht ein Abguss des gewaltigen Philippsteins von 1542 aus Haina. Im Westflügel hängt ein Ölgemälde zum berühmten Religionsgespräch und im Südflügel befand sich die Fürstenwohnung. Beim Spaziergang durch lauschige Gässchen und Treppen stößt man auf Schritt und Tritt auf Zeugnisse seines Schaffens. So ist die Universitätskirche der Rest des einstigen Dominikanerklosters und im heutigen Café am Markt ließ Philipp 1527 Luthers Taufbüchlein und Bibelübersetzung drucken. www.marburg-tourismus.de


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