Station 6 Martinsschloss, © Stadt Lahnstein

Themenweg Historisches Lahnstein Station 6 Martinsschloss

Lahnstein

Wacht am Rhein Die vom Mainzer Erzbischof und Kürfürsten Siegfried von Eppstein errichtete Burg Lahneck befindet sich in einiger Entfernung vom Rhein auf einer Anhöhe. Deshalb lässt der Landes-herr wenige Jahre nach deren Bau im Jahre 1298 direkt am Rhein eine weitere Wehranlage zur Wahrnehmung der ihm vom König verliehenen Zollrechte errichten, die Martinsburg. Nach Erlangen der Stadtrechte 1324 lässt er die Stadtmauer bauen und nutzt die Talburg als Eckbastion der Stadtbefestigung. Die alte Wehrmauer ist nördlich des Schlosses heute noch sichtbar. Als wenige Jahrzehnte später die Oberlahnsteiner nach Erlangen der Stadtrechte 1324 ihre Stadtmauer bauen nutzen sie die Talburg mit ihrem 28 m hohen gotischen Hauptturm als Eckbastion der Stadtbefestigung. Die alte Wehrmauer ist an der Außenseite des Südflügels heute noch sichtbar. Die Martinsburg ist eine der wenigen unzerstörten Burgen am Mittelrhein. Ihr heutiges Aussehen ist durch zahlreiche Erweiterungen und Umbauten geprägt, die den Ausbau der mittelalterlichen Zollburg zur Residenz - zum Martinsschloss - erkennen lassen. Die einzelnen Gebäude sind durch die Wappen ihrer erzbischöflichen Bauherren datierbar. Die erste Burganlage bestand aus einem Wohnturm, der heute die Nord-West-Ecke bildet. Aus dem 14. Jahrhundert stammen der Hauptturm, der Nordflügel mit dem großen Saal und dem vorgebauten Treppenturm sowie die Tormauer mit dem Wehrgang und der sich anschließende Weinsberger Turm. Der Südflügel mit einem gotischen Saal wird 1497 erbaut. Der barocke Mittelbau mit seinen schönen Stuckdecken im Innern folgt im Jahre 1720. Die  im Nordflügel erbaute Schlosskapelle ist dem heiligen Bartholomäus geweiht, sie wird 1861 die erste evangelische Kirche in Lahnstein sein. Kaum noch vorstellbar ist, dass das Martinsschloss einst von tiefen Wassergräben umgeben war, die schon 1785 zur Anlage eines englischen Gartens zugeschüttet werden. Zuvor erfolgte der Zugang ausschließlich durch die befestigte Vorburg mit den Wirtschafts¬gebäuden und über eine Brücke vor dem Burgtor. 1790 wird die Nebenresidenz aufgegeben, die Gebäude im Vorhof werden versteigert. Heute befindet sich das Martinsschloss in Privatbesitz. Neben Wohnungen und Arztpraxen beherbergt das Kulturdenkmal am Rheinufer das Lahnsteiner Fastnachtsmuseum. *** Für Kids: *** Noch eine Burg Früher gehörte Oberlahnstein zum Kurfürstentum Mainz und war eine Zollstelle. Da die Burg des Kurfürsten, die Lahneck, auf der Anhöhe zu weit entfernt vom Rhein lag, wurde direkt am Fluss eine weitere Burg gebaut, um die Zolleinnahmen zu sichern. Diese, die Martinsburg, wurde immer wieder erweitert und später zum Wasserschloss ausgebaut.
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