Station 2 Burg Lahneck II, © Stadt Lahnstein

Themenweg Historisches Lahnstein Station 2 Burg Lahneck

Lahnstein

Türme, Templer und Touristen In der Zeit des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation grenzen an der Lahnmündung die drei Kurfürstentümer Köln, Trier und Mainz aneinander. In dieser Situation lässt der Mainzer Erzbischof und Kurfürst Siegfried von Eppstein ab dem Jahr 1226 die Burg Lahneck erbauen, um hier am nördlichsten Punkt des Territoriums seine Machtansprüche auf das ihm vom König überlassene Silberbergwerk zu sichern. Die quadratische Kernburg ist von drei Gebäudeflügeln und einer Schildmauer mit dem Burgtor umgeben. Der 29 m hohe Hauptturm, der Bergfried, ist fünfeckig gebaut mit einem spitzen Winkel zur Angriffsseite, dem sogenannten Streitacker zur Abwehr von Geschossen. An der Nordseite, über dem steilen Berghang zur Lahn, erhebt sich der Palas, das Wohngebäude. Die Burgkapelle bildet den Ostflügel. Mit der Burg verknüpft ist die Sage von den letzten Tempelrittern. Nach deren Ächtung im 12. Jahrhundert ziehen einige Templer in die Verbannung, andere schwören ihrem Orden ab. Die letzten zwölf Tempelritter auf mainzischem Gebiet ziehen sich in die Burg Lahneck zurück, wo sie in einem heftigen Kampf zu Tode kommen. Nach Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg verfällt die Burg, im Pfälzischen Erbfolgekrieg wird sie 1689 endgültig zerstört. Vom Anblick der Ruine beeindruckt, verfasst Goethe auf seiner Lahnreise 1774 seinen Geistesgruß: "Hoch auf dem alten Turme steht des Helden edler Geist." Eine dramatisches Ereignis spielt sich der Überlieferung nach im Jahre 1851 auf der Burgruine ab, als das schottische Fräulein Idilia Dubb mit ihrer Familie das Rheintal bereist: Morgens bricht das 17-jährige Mädchen auf, um Zeichnungen von der Burg zu machen - sie kehrt nie wieder zurück. Bei Renovierungsarbeiten im Jahre 1862 finden Arbeiter ein Mädchenskelett und ein Tagebuch auf der Wehrplatte des Turmes. Im Tagebuch hielt Idilia fest, wie sie sich über die morsche Holztreppe hinauf auf den Turm gewagt hatte. Anschließend brach das marode Holz zusammen, somit war ihr der Rückweg abgeschnitten. Ab 1852 wird Burg Lahneck im damals modernen Stil englischer Gotik wieder aufgebaut. In der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts erfolgen weitere Umbauten und Restaurierungen, um dem mittelalterlichen Originalzustand wieder näher zu kommen. Heute befindet sich Burg Lahneck in Privatbesitz und kann besichtigt werden. Das imposante Wahrzeichen Ober¬lahn¬steins ist Zeuge einer ereignisreichen achthundertjährigen Geschichte. *** Für Kids *** Im Schutz der Burg Die stolze Burg Lahneck ist das Wahrzeichen Oberlahnsteins. Auf einem steilen Felsen errichtet thront sie hoch über der Stadt. Hier bot sie ihren Bewohnern über Jahrhunderte Schutz vor Feinden. Zugleich ließen sich aus der erhöhten Position die Stadt, der Rhein und die Lahn optimal überwachen.
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