Station 17 Didierwerke, © Stadt Lahnstein

Themenweg Historisches Lahnstein Station 17 Didiervilla

Lahnstein

Des Reichtums Pracht Mit der fortschreitenden Industrialisierung und der Anbindung an das neue Eisenbahnnetz erfährt Niederlahnstein in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine rasante Entwicklung. Das nahezu ebene Gelände an der Lahnmündung bietet den nötigen Raum für die Ansiedlung von Industriewerken - ein entscheidender Vorteil gegenüber Oberlahnstein und den anderen Städten im engen Mittelrheintal. In rascher Folge lassen sich hier nun bedeutende Betriebe nieder. Auch die Stettiner Chamotte-Fabrik Actien-Gesellschaft findet in Niederlahnstein den passenden Standort, als sie Ende des 19. Jahrhunderts eine weitere Niederlassung im Westen Deutschlands gründen möchte. Die Firma produziert in Stettin und Gleiwitz feuerfeste Steine für die Öfen von Eisengießereien, Hütten- und Stahlwerken. Ein weiteres Werk am Mittelrhein verkürzt die Wege zu den wichtigsten Abnehmern, der Schwerindustrie an Rhein und Ruhr. Mit den Ton- und Quarzitvorkommen im Westerwald liegen auch die wesentlichen Rohstoffe in der Nähe, was zur Senkung der Produktionskosten beiträgt. So wird im Juni 1890 der Grundstein für die größte Industrieanlage in Niederlahnstein gelegt. Es entsteht ein 200 Meter langes und 33 Meter breites Fabrikgebäude. Zudem werden Wohnhäuser für Beschäftigte und eine dreistöckige Direktorenvilla errichtet. Die Produktion wird 1891 aufgenommen. Da es noch an Facharbeitern mangelt, kommen 15 Arbeiter mit ihren Familien aus Gleiwitz nach Niederlahnstein, um das hiesige Personal anzulernen. Zur Jahrhundertwende wird bereits ein weiteres Fabrikgebäude gebaut. Zeitweise sind über 400 Menschen im Niederlahnsteiner Werk der 1932 mit ihren Tochter- und Beteiligungsgesellschaften zur Didier-Werke-AG fusionierten Firma beschäftigt. Mit dem Niedergang der Schwerindustrie an Rhein und Ruhr geht auch die glorreiche Zeit des Werkes zu Ende. Die Niederlassung wird 1995 für immer geschlossen. Geblieben ist die repräsentative Direktorenvilla. Bereits zu Betriebszeiten wurde sie im Volksmund liebevoll als Schamotte-Schlösschen bezeichnet. Heute beherbergt das stilvoll restaurierte Gebäude „Maximilians Brauwiesen“, eine Privatbrauerei mit Gastronomie. *** Für Kids: *** Ein kleines Schloss Das 19. Jahrhundert war die Zeit, in der die großen Industriebetriebe entstanden. Dabei wurden nicht nur die Fabrikanlagen gebaut, sondern auch Wohnungen für die Arbeiter und ihre Familien. Die Firmenchefs lebten häufig in Villen, die an die Paläste der Adligen erinnerten. So auch der Direktor der örtlichen Fabrik für Schamotte-Steine. Die Lahnsteiner nannten die Direktorenvilla dem entsprechend das Schamotte-Schlösschen.
Adresse

Da haben wir's: