Station 14 Lahntalbrücke, © Stadt Lahnstein

Themenweg Historisches Lahnstein Station 14 Lahntalbrücke

Lahnstein

Verbindendes Wesen Seit jeher trennt die Lahn die Städte Oberlahnstein und Niederlahnstein voneinander. Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation bildet der kleine Fluss zudem Jahrhunderte lang die Grenze zwischen den Kurfürstentümern Mainz und Trier. Da die beiden mächtigen Kurfürsten und Erzbischöfe um die Vormachtstellung am Rhein kämpfen, kommt es wiederholt zu Grenzstreitigkeiten. Erst in der Neuzeit wird die Trennung schrittweise überwunden. Im 17. Jahrhundert wird erstmals eine regelmäßig verkehrende Fähre zwischen den beiden Ufern eingerichtet, wodurch sich die Grenze leichter passieren lässt. Mit der Gründung des Herzogtums Nassau im Jahre 1806 entsteht ein neuer Staat, der beide Lahnufer umfasst. Erstmals gehören nun die Städte Oberlahnstein und Niederlahnstein zum gleichen Territorium. Bald erwacht jetzt das Interesse, die räumliche Trennung durch den Bau einer Brücke zu überwinden. Mitte des 19. Jahrhunderts wird eine Eisenbahnbrücke über die Lahn errichtet. Die erste Straßenbrücke wird 1873 in Betrieb genommen. Planung, Finanzierung und Unterhaltung der Brücke zwingen beide Städte immer wieder zur Zusammenarbeit. Auch das Brückengeld, das von 1873 bis 1927 und von 1945 bis 1949 erhoben wird, teilen sich die beiden Kommunen. Von dieser Zeit zeugt noch das ehemalige Brückenhäuschen mit Kiosk. Verschlei߬erscheinungen, gestiegene Anforderungen und auch die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg machen mehrmals einen Neubau der Straßenbrücke notwendig. Die vierte Brücken¬konstruktion, die noch heute steht, wird im Jahr 1997 errichtet. Sie ist nach dem 2006 verstorbenen Lahnsteiner Ehrenbürger Rudi Geil benannt. Dieser setzte sich als Politiker stets für die 1969 erfolgte Zusammenführung von Nieder- und Oberlahnstein zu einer Stadt ein. Das Baareschesser-Denkmal in Nachbarschaft der Rudi-Geil-Brücke wurde von Fritz Berlin, dem ehemaligen Bürgermeister der Stadt Oberlahnstein, gestaltet und erinnert an die Herkunft des Spitznamens der Niederlahnsteiner. Dieser stammt aus der Zeit, als es noch keine moderne Kanalisation gab. Um ihr Grundwasser sauber zu halten, verzichteten die Niederlahnsteiner auf die Anlage von Sickergruben und kippten ihre Nachttöpfe - in Lahnsteiner Mundart als „Baar“ bezeichnet - in die Lahn oder taten es der Bronzefigur gleich. Deshalb wurden sie von den Oberlahnsteinern als „Baareschesser“ bezeichnet. *** Für Kids: *** Grenzen überwinden Lange Zeit lagen Oberlahnstein und Niederlahnstein in getrennten Staaten - die Lahn bildete die Grenze zwischen den Kurfürstentümern Mainz und Trier. Die Brücke über die Lahn schaffte vor etwa 150 Jahren eine dauerhafte Verbindung. Heute bilden die ehemals eigenständigen Orte gemeinsam die Stadt Lahnstein.
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