Station 12 Kirchplatz NL, © Stadt Lahnstein

Themenweg Historisches Lahnstein Station 12 Kirchplatz Niederlahnstein

Lahnstein

Das Herz der Stadt Seit Jahrhunderten bildet der Kirchplatz nahe der Lahnbrücke das Zentrum der Stadt. Bereits im Jahr 1358 wird hier eine Kapelle errichtet und der Heiligen Barbara geweiht. Sie wird von den Gläubigen gerne aufgesucht, wenn die außerhalb des Ortes an der Lahnmündung stehende Johanniskirche wegen Hochwasser nicht zu erreichen ist. Da die Kapelle für die wachsende Bevölkerung zu klein wird errichten die Niederlahnsteiner in den Jahren 1712 bis 1720 an gleicher Stelle ein größeres Gotteshaus im Barockstil. Als auch dieses nicht mehr genügend Raum bietet wird es in einen noch größeren Kirchenbau im mittlerweile populären Stil der Neugotik integriert, welcher ab 1889 mit seinem schlanken Turm das Stadtbild prägt. An seiner Seite wird ein neues und repräsentatives Pfarrhaus gebaut. Kurze Zeit später erfährt der Kirchplatz eine weitere Aufwertung als Zentrum der Stadt: 1902 wird die Koblenzer Straßenbahn bis hierher verlängert. In den umliegenden Geschäften und Gasthäusern rund um den Platz pulsiert das Leben Niederlahnsteins. Dies bleibt auch so, als die Strecke 1933 ausgebaut und die Trambahn über die Lahn hinweg bis nach Oberlahnstein weitergeführt wird. Aufgrund der am Kirchplatz herrschenden Enge ist es unmöglich, die wiederum zu klein gewordene Barbarakirche erneut zu vergrößern. Entsprechende Pläne würden den Abriss der Gebäude am Kirchplatz bedeuten und werden verworfen. Stattdessen beschließen die Niederlahnsteiner den Neubau einer größeren und moderneren Kirche an anderer Stelle, in der Johann-Baptist-Ludwig-Straße. Am Barbaratag, dem 4. Dezember 1937, erfolgt der erste Spatenstich. Die nur knapp 50 Jahre zuvor erweiterte Kirche am Kirchplatz wird abgebrochen, das anfallende Material und Teile des Inventars werden in dem Neubau wieder verwendet. Der Kirchplatz gelangt durch den Abriss wieder zu alter Größe. Dies kommt auch dem gestiegenen Verkehrsaufkommen zu Gute. Nach dem Zweiten Weltkrieg verändert der Platz sein Bild. Im Jahr 1956 wird der Straßenbahnverkehr eingestellt und durch Busverbindungen ersetzt. Der Kirchplatz bleibt als zentraler Platz an der Lahnbrücke erhalten. In das ehemalige Pfarrhaus der katholischen St. Barbara-Gemeinde zieht der evangelische Kindergarten ein. Ein Diabasbrunnen, gefertigt aus dem grünlich gefärbten Westerwälder Naturstein, verschönert seit 2009 den Platz. Von der einst das Stadtbild prägenden Barbarakirche zeugen heute nur noch die historischen Aufnahmen. *** Für Kids: *** Stets zu klein An dieser Stelle wurde im Jahre 1358 eine Kapelle errichtet. Da die Zahl der Gläubigen ständig wuchs waren mehrere Erweiterungen und Umbauten notwendig. Im Jahr 1937 war für eine erneute Vergrößerung kein Platz mehr, daher wurde an einem anderen eine neue, große und moderne Kirche gebaut. Die alte Kirche wurde abgerissen, die Steine und ein Teil der Einrichtung wurden dabei wieder verwendet.
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