Burg Lahneck Lahnstein, © Friedrich Gier

Burg Lahneck

Lahnstein

Die Burg Lahneck wurde in den 1240er Jahren von Mainzer Erzbischof und Kurfürst Siegfried v. Eppstein errichtet. Er nannte sie „Lonekke“. Sie wurde mit einem Zollprivileg ausgestattet. Ein ritterlicher Burggraf wohnte damals in der Burg, manchmal hielten sich dort auch adelige Burgmannen auf. Lonekke verfügte über Wächter und Pförtner. Die quadratische Burg ist von drei Gebäudeflügeln und einer Schildmauer mit dem Burgtor umgeben. Zum höheren Schutz wurden Rundtürme an den Südecken errichtet. Da an der Angriffsseite im Süden der Fels nicht steil abfällt, wurde ein 8 m breiter Graben angelegt. Der 29 m hohe fünfeckige Bergfried ermöglichte es dem Turmwächter, den Graben zu bewachen. Dort war auch das Verlies untergebracht. An den Bergfried schließen sich seitlich die Wohngebäude an. Eine Burg trägt zur Sicherheit des Landes, der Stadt und der Zollstätten wie sie Lahnstein hatte, bei. Der Zugang zur Burg wurde auf der westlichen Seite angelegt. Vor diesem sicherte eine Brücke mit Graben die Burganlage. Der Kapellenbau erfolgte 1386 und befindet sich an der östlichen Seite. Es war „ (…) ein stattlicher Bau von 15:8:16 Meter, bestehend aus einem im Achteck geschlossenen Rechteck, mit zwei seitlichen Ausbauten in Form halber, übereck stehender Quadrate an den Langseiten“ (Michel/Bucher 1982, S. 134). Darüber hinaus war sie mit sieben Spitzbogenfenstern ausgestattet. Sie wurde u.a. der Muttergottes und dem heiligen Udalrich geweiht. Heute steht dort noch der Altar aus dem 15. Jahrhundert Die Burg weist im Laufe der Jahrhunderte mehrere Besitzer vor. Im Jahr 1464 erhielt sie Diether von Isenburg, der seinen Bruder namens Johann zum Burggrafen ernannte. Diether von Isenburg verstärkte die Burg im Süden und Westen durch einen weiteren Mauerring. Darüber hinaus wurde ein Zwinger angelegt. An dem Tor, das an der Ostseite errichtet wurde, ist heute noch das „Isenburgische Wappen“ erkennbar. Das Burglehen verpflichtete mächtige Herren sowie Adelige zur Verteidigung der Burg. Lahneck hatte mehrere Burgmannen, darunter die Grafen von Sayn sowie die Grafen von Katzenelnbogen. Nach Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg verfiel die Burg, im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde sie 1689 endgültig zerstört. Auch Goethe war von der Burg Lahneck und ihrer Lage beeindruckt und schrieb bei seinem Aufenthalt mit Lavater und Basedow in Lahnstein ein Gedicht, das den Namen „Geistesgruß“ trägt: „Hoch auf dem alten Thurne steht, des Helden edler Geist (…)“ Ab 1852 wurde Burg Lahneck von Graf Morartry, Direktor der Rechts-Rheinischen-Eisenbahngesellschaft gekauft im damöls modernen Stoil englischer Gotik wieder aufgebaut, welche seine Nachbesitzer vollendeten. Seit dem Jahre 1907 gehört die Burg der Familie des kaiserlichen Vizeadmirals Robert Mischke und seiner Erben. Die Burg kann besichtigt werden. Auf dem Plateau des Turms soll einer Sage zufolge das schottische Fräulein „Idilia Dubb“ im Jahr 1851 umgekommen sein. Nachdem das zierliche Mädchen die morsche Holztreppe bestiegen hatte, brach diese brach das marode Holz zusammen, somit war ihr der Rückweg abgeschnitten. Jahre später fand man der Überlieferung ein Mädchensklett und ein Tagebuch, in das sie schrieb, während sie vergebens auf Hilfe wartete. Das Objekt „Burg Lahneck“ in Oberlahnstein ist ein eingetragenes Baudenkmal (Denkmalverzeichnis Rhein-Lahn-Kreis, S. 53).

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