Industriemuseum Trafostation Amalienhütte

Bad Laasphe

Hier produzierten zeitweise 500 Arbeiter vorwiegend gusseiserne Öfen. Zur Ausrüstung der Umspannstation gehörten zwei Transformatoren (für Tag- und Nachtbetrieb) mit zusammen 1000 kW Leistung. Ein Gerät ist erhalten und ist sicherlich das interessanteste Ausstellungsstück des Museums. Man kann in seinen Bauch hineinschauen, denn der Transformator wurde in mühevoller Arbeit mit dem Trennschleifer aufgeschnitten. Man sieht die mächtigen Blechkeme und die gewaltigen Hochspannungsspulen. In beiden Stockwerken des Turmhauses befinden sich zahlreiche originale Schaltgeräte, Verteileranlagen, Schutz- und Messeinrichtungen. Bunte Stromschienen, rechtwinklig angeordnet, riesige Isolatoren, knubbelige Messwandler, die wie Monster-Maikäfer auf den Leitungen hocken, und immer wieder Schalter in allen Varianten ziehen unsere Blicke auf sich. Im Untergeschoss des Hauses sieht man an drei Wänden 15 Marmortafeln mit Bedienungselementen und Messgeräten einer Niederspannungsverteilung. Sie wurden herübergerettet aus einer Anlage der Buderusschen Eisenwerke in Hirzenhain (Vogelsberg). Ein sog. "Kleeblattmessgerät" für Spannung, Stromstärke und Frequenz des zu messenden Wechselstroms hat heute Seltenheitswert. Es diente einmal der Synchronisation zweier Drehstromnetze. Die aufwendige künstlerische Ausgestaltung, die Holzverblendung mit zahlreichen Fensteröffnungen, die Zierleisten und Rosetten - alles im Jugendstil gehalten - machen die Anlage aus dem Jahr 1913 zum Glanzstück des kleinen Museums. In einem Nebenraum des Hauses gibt es wechselnde Ausstellungen mit Bildern aus Vergangenheit und Gegenwart, aus Kultur und Technik unseres Landes. Schließlich kann man hier viele eigene Experimente aus der Elektrizitätslehre durchführen mit oft überraschenden Ergebnissen - zur Zeit zum Thema "Von nichts kommt nichts: Ich erzeuge meinen eigenen Strom". Eltern mit ihren Kindern und Schulklassen sind häufige Besucher. Auf dem Gelände gleich neben der Trafostation befindet sich ein kleiner Mühlenteich, dessen Wasser eine ganze Reihe kleiner Wasserräder und Turbinen antreibt. Hier soll einerseits die Geschichte der Amalienhütte lebendig werden, die aus einem Hammerwerk hervorging und bis 1965 z. T. noch mit Wasserturbinen betrieben wurde. Andererseits möchten wir die Technik- und Kulturgeschichte des Wasserrades dokumentieren. Vom Altertum her bis weit in die Neuzeit hinein hat nämlich die Wasserkraft manche Möglichkeiten schon vorweggenommen, die erst die moderne Energieform Elektrizität bietet. Die Besucher haben ihre Freude an den sich drehenden Wasserrädern und den getriebenen Modellen. Ganz nebenbei lernen sie aber auch, was damit gemeint ist: oberschlächtig, mittelschlächtig, unterschlächtig; sie können sauber unterscheiden zwischen einem Aufwurfhammer und einem Schwanzhammer und wissen, was ein Winkelgetriebe oder eine Transmission ist. Was aber ist eine "Walschelle"? Auch das erfährt man bei einem Rundgang über das Mühlengelände. Also: Auf nach Niederlaasphe!

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    Von April – September jeweils am letzten Sonntag im Monat von 14.00-17.00 Uhr. Sonderführungen sind nach Absprache möglich.

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